Willkommen im Kamptal
Willkommen im wunderbaren, wilden Waldviertel!
Hier wollen wir euch vermitteln, wie es in der Kamptalwildnis und in anderen ursprünglichen Winkeln des Waldviertels aussieht und erläutern, warum dieses einzigartige Naturerbe unserer Heimat höchstwertigen Schutz verdient …
Wir sind ein Zusammenschluss von Menschen aus dem Waldviertel (und darüber hinaus), aus der Wissenschaft oder aus dem Bereich der Naturschutzorganisationen, denen die Bewahrung des Naturerbes und der natürlichen Vielfalt des Waldviertels ein großes Anliegen ist.
Daher haben wir diese Website ins Leben gerufen, viele Infos für euch zusammen gestellt und setzen wir uns im Austausch mit den relevanten Entscheidungsträgern für zukunftstaugliche, langfristige Lösungen für Natur und Menschen ein.
Die Initiative der NÖ Landesregierung, im Waldviertel einen zweiten Nationalpark zu schaffen, bewerten wir als einen positiven Schritt mit einem großen Potential.
Der geplante Nationalpark muss gemäß dem Naturschutzrecht in Niederösterreich die Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN erfüllen. Die IUCN-Kriterien beinhalten (u.a.):
- Ein Nationalpark sollte ein Schutzgebiet sein, das „große natürliche oder naturnah gebliebene Gebiete (…) zum Schutz großräumiger ökologischer Prozesse sowie der für das Gebiet charakteristischen Arten und Ökosysteme“ aufweist. Nationalparke sind „in der Regel groß und bewahren ein funktionierendes Ökosystem“.
- Das Gebiet sollte weiters repräsentative Beispiele beinhalten, für wichtige „Naturregionen sowie biologische und ökologische Merkmale oder Landschaften, in denen einheimische Pflanzen- und Tierarten, Lebensräume und geodiverse Standorte von besonderer spiritueller, wissenschaftlicher, pädagogischer, erholungsbezogener oder touristischer Bedeutung sind.“
- Das Gebiet sollte eine „ausreichende Größe und ökologische Qualität aufweisen um ökologische Funktionen und Prozesse aufrechtzuerhalten, die es den einheimischen Arten und Gemeinschaften ermöglichen, langfristig mit minimalen Eingriffen zu bestehen“. Die „Zusammensetzung, Struktur und Funktion der biologischen Vielfalt sollten sich weitgehend in einem ’natürlichen‘ Zustand befinden oder das Potenzial haben, in einen solchen Zustand zurückversetzt zu werden, wobei das Risiko einer erfolgreichen Invasion durch nicht heimische Arten relativ gering sein sollte“.
In Österreich ist es üblich, Nationalparks jeweils zur Hälfte durch Mittel des Bundes und des jeweiligen Bundeslandes zu finanzieren. Das Umweltministerium (als Teil des Bundes) bindet seinen Finanzierungsbeitrag von 50 % jedoch an ein positives Gutachten der IUCN hinsichtlich der Einhaltung der internationalen Richtlinien.
Das derzeit in den Planungen der NÖ Landesregierung für einen „Nationalpark Kampwald“ vorgesehene Gebiet im Umfeld der Dobra- und Ottensteiner Stauseen besteht vorwiegend aus bisher intensiv genutzten Forstflächen der landesnahen Windhagschen Stipendienstiftung bzw. des Forstguts Ottenstein. Es bestehen daher fachliche Zweifel, ob diese Flächen den IUCN-Kriterien ausreichend entsprechen. Somit besteht das Risiko, dass der geplante Nationalpark in dieser Form die IUCN-Prüfung nicht besteht und der Nationalpark möglicherweise nicht realisiert werden kann.
Es ist jedoch fachlich unumstritten, dass das Mittlere Kamptal zwischen Wegscheid/Kamp und Rosenburg mit seinen urwaldartigen Wäldern zu den wertvollsten Naturlandschaften im außeralpinen Österreich zählt und daher als hochgradig „nationalparkwürdig“ zu bewerten ist. Wir setzen uns daher dafür ein, dass das Waldviertel mit einem neuen Nationalpark aufgewertet wird – und dass dieser auch die Naturwälder, Trockenrasen, Felsfluren und die ursprünglichen Gewässer im Bereich des Mittleren Kamptals umfasst.
Ein vollwertiger, international anerkannter Nationalpark würde dem Waldviertel auch wirtschaftlich viele Vorteile und Möglichkeiten verschaffen.