Einzigartige Naturparadiese

Hangwälder mit „Urwaldcharakter“, Trockenrasen, Waldsteppen, bizarre Felsformationen, „Prärie“-artige Landschaften, naturnahe Fließgewässer …

Die alten Buchen-, Eichen- und Lindenwälder beherbergen Rekordpopulationen an Urwald-Fledermäusen und -Käfern
Grandiose Naturlandschaft im Mittleren Kamptal
In Österreich gibt es nur mehr wenige größere naturnahe Landschaftskomplexe.
Besonders außerhalb der Alpen ist kaum mehr "Wildnis" vorhanden.
Doch im Waldviertel - besonders im Mittleren Kamptal, im Kremstal und in den Moorgebieten im Nordwesten - gibt es sie noch:
Artenreiche, wunderschöne Refugien unseres uralten Naturerbes.

Von den Mooren im Waldviertler Hochland windet sich der meist frei fließende Kamp - unterbrochen von einer Staukette - durch teils enge Täler mit artenreichen Ökosystemen wie Naturwäldern, Waldsteppen und kleinen Auen bis zur Mündung in die Donau.
Ähnlich gestaltet sich das Kremstal.

Besonders der mittlere Abschnitt des Kamptals - die "Kamptalwildnis" mit ihren urwaldartigen Eichen-, Buchen- und Linden-Mischwäldern - die wilden Hangwälder im Kremstal und die "prärieartige" Offenlandschaft auf Teilen des Truppenübungsplatzes Allentsteig beherbergen österreichweit bedeutende Naturlandschaften und rare Tier- und Pflanzenarten. Dazu zählen: Waldfledermäuse,  "Urwaldkäfer" und seltene Vogelarten, die im restlichen Österreich schon fast ausgestorben sind.

Viele dieser ökologisch wertvollen Flächen sind aber derzeit nicht ausreichend gesichert, obwohl viele von ihnen in einem Europaschutzgebiet (Natura 2000) liegen und teilweise bereits freiwillig von den Grundbesitzenden bewahrt werden ...
Dieses einmalige Naturerbe verdient jedoch höchstrangigen Schutz - in Zusammenarbeit mit den Grundbesitzenden.
Am besten im Verbund mit dem von der NÖ Landesregierung bereits geplanten Nationalpark "Kampwald" beim Dobra-und Ottensteiner Stausee.  

Mit unserer Initiative wollen wir über den außerordentlichen Naturreichtum des Waldviertels - vor allem der Region Kamptal- und Kremstal - informieren und einen Beitrag zur dauerhaften, umfassenden Sicherung der hochwertigen Naturflächen und der Artenvielfalt leisten. 

Das wertvolle Naturerbe im südlichen und zentralen Waldviertel ist von österreichweitem, ja internationalem Wert - und verdient unseren Schutz. 

Nationalparkwürdiges Mittleres Kamptal?

Im Thayatal bei Hardegg, das dem Kamptal ökologisch sehr ähnlich ist, wurde bereits im Jahr 2000 gemeinsam mit den tschechischen Nachbarn ein Nationalpark Thayatal ausgewiesen. Der Großteil der Fläche wird für zukünftige Generationen ohne Eingriffe bewahrt. Nationalparks sind eine  der höchstrangigen Schutzkategorien - und bewahren außergewöhnliche Naturlandschaften von nationaler Bedeutung. 

Das Mittlere und Untere Kamptal wurde schon 1998 als Europaschutzgebiet ausgewiesen. Die Schutzbestimmungen sind aber vage und werden nicht ausreichend umgesetzt und kontrolliert. Wertvolle urwaldähnliche Baumbestände sind in den letzten Jahren durch Fällungen verloren gegangen. 

In der Kernzone des Nationalparks Thayatal werden die Naturwälder hingegen umfassend gesichert. Derart "gesicherte" Naturwald-Flächen gibt es im Kamptal aktuell nur wenige: Vier kleinere Flächen werden von den Grundbesitzern (dankenswerterweise) als freiwillige "Naturwaldreservate" auf Vertragsbasis befristet ohne forstliche Eingriffe erhalten. Das Stift Altenburg läßt auf "ökologischen Referenzflächen" eine freie Naturentwicklung ohne Nutzungen zu. 

EU-Recht: Erhaltungszustand von Naturflächen und Arten darf nicht verschlechtert werden

In einem Europaschutzgebiet wie im Mittleren Kamptal und im Kremstal darf der Erhaltungszustand von Lebensräumen, die sich in einem guten Erhaltungszustand befinden, laut EU-Recht (Vogelschutz- und FFH-Richtlinie) nicht "erheblich verschlechtert" werden. Was das "Verschlechterungsverbot" genau bedeutet, ist aber Gegenstand von Debatten und gerichtlichen Auseinandersetzungen. Der EUGH hat Fällungen in alten Wäldern in diesen Schutzgebieten - wie im Fall der Abholzungen im polnischen Europaschutzgebiet Bialowieza - aber bereits als unzulässig verurteilt. 

Führende Waldökologen meinen - in Übereinstimmung mit der EU-Wald- und Biodiversitätsstrategie sowie der Natur-Wiederherstellungsverordnung - dass Schlägerungen in Ur- und Naturwäldern stets mit einer ökologischen Verschlechterung einhergehen und daher unterbleiben sollten. 

Die Zukunft dieser wertvollen Naturräume im Kamp- und im Kremstal ist also sehr ungewiss und es braucht dringend bessere und genau verortete Bewahrungszonen für die wertvollsten Ökosysteme. Wir wollen daher einen konstruktiven Beitrag zu einer umfassenden Schutzlösung leisten - um die ökologischen Schutzgüter im Waldviertel umfassend und dauerhaft zu sichern.

NÖ Landesregierung will Nationalpark Kampwald schaffen

Der von der niederösterreichischen Landesregierung geplante „Nationalpark Kampwald” wurde im ersten Entwurf auf - ökologisch überwiegend degradierte  - Flächen der landesnahen Windhag-Stiftung um Dobra und Ottensteiner Stausee Stausee begrenzt.

Ohne die weitaus bedeutenderen Naturflächen im Mittleren Kamptal wäre ein Nationalpark aber bloß ein Torso und würde die internationalen Kriterien der Weltnaturschutzorganisation IUCN für Nationalparks wohl nicht erfüllen.
Auch daher ist aus unserer Sicht eine umfassende Lösung in Form eines größeren "Nationalparks Kamptal" – inklusive des Mittleren Kamptals – mehr als sinnvoll. 

Nationalpark als Impuls für regionale Wirtschaft

Hochrangige Schutzgebiets-Prädikate - wie ein "Nationalpark Kamptal" in Kombination mit einem UNESCO-Biosphärenpark - würden zudem die regionale Wirtschaftsentwicklung positiv unterstützen: durch attraktive Gebietsmarken (für regionale Produkte) oder durch Förderung von Gesundheits-, Natur- und Erholungs-Wandertourismus - auf bestehenden Wegen. 
Und: Die Grundbesitzenden, die Flächen freiwillig in einen Nationalpark einbringen, sollen selbstverständlich fair für den Nutzungsentgang durch eingriffsfreie Naturbewahrungs-Flächen abgegolten werden! 

 

Der wunderschöne Alpenbock findet im  Kamp- und Kremstal noch Lebensraum.
Die "Kamptalwildnis" zwischen Wegscheid und Altenburg ist eine der schönsten und ursprünglichsten Naturlandschaften im Norden Österreichs.
Das Mittlere Kamptal ist dem Nationalpark Thayatal (Bild) sehr ähnlich - und verdient ebenfalls eine umfassende Bewahrung.